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Die Landfrauenschule in Celle

Schülerinnen 1897
Schülerinnen 1897

Am 13. September 1897 gründete die Landwirtschaftskammer Hannover im Leschengarten die „Landwirtschaftliche Haushaltungsschule Celle“ nach dem Vorbild der Haushaltungsschule in Helmstedt mit angeschlossenem Internat. Ermöglicht wurde dies durch Amtsgerichtsrat Dr. Boguslaw Leschen, der Grundstück und Gebäude Wittinger Str. 76 mit dem Zweck der Ermöglichung der Bildung junger Frauen vererbte. Er legte damit den Grundstein für eine bis heute 115-jährige Tradition, die fest mit der Stadt und dem Landkreis Celle verankert ist. Lediglich während des zweiten Weltkriegs und den Folgejahren bis 1949 ruhte der Schulbetrieb, da in dem Gebäude ein Hilfskrankenhaus eingerichtet worden war. Im Gründungsjahr 1897 war der Zweck der „Anstalt“, „…junge Mädchen so auszubilden, dass sie befähigt sind, einen ländlichen Haushalt führen zu können“. Zu diesem Zweck waren dem Schulhaushalt ein Garten sowie ein Stallbereich für Schweine- und Federviehhaltung und Kälberzucht angegliedert. Im Keller war eine Molkerei und eine Käserei eingerichtet. Bis in die 1930er Jahre wurden diese Arbeiten betrieben.


Durch die schwierige Wirtschaftslage in den Jahren 1931 bis 1933 war die Schülerinnenzahl stark eingeschränkt. Um die Räumlichkeiten und Lehrerkapazitäten auszunutzen wurden Kurzkurse angeboten, um junge Mädchen aus Stadt und Landkreis auf das Leben als Ehefrau vorzubereiten.
Im Laufe der Jahre änderte sich mehrfach die Bezeichnung der Schule und auch der Lehrplan wurde immer wieder an die neuen Lebensumstände und das Bild der Frau in der Gesellschaft angepasst.


Schülerinnen 1957

Schülerinnen mit der Schulleiterin Frau Rahlves 2012
Schülerinnen mit der Schulleiterin Frau Rahlves 2012

Die zweijährige Fachschule Hauswirtschaft, so die heutige Bezeichnung der Landfrauenschule, ist Teil der Albrecht-Thaer-Schule und befindet sich in dem traditionellen und doch modernisierten Gebäude in der Wittinger Str. 76. Ebenso
wird die zweite Etage des Gebäudes noch immer als Internat für auswärtige Schülerinnen genutzt. Was alle Abgangsjahrgänge eint, ist das Gefühl in der Wittinger Straße ein zweites Stück Heimat gefunden und viele lebenslange Freundschaften geknüpft zu haben.


Im Jahr 2000 wurde im Rahmen des Celler Expo-Projektes „Heilen im Dialog“ der Heilpflanzengarten auf dem Gelände der Landfrauenschule angelegt. Gleichzeitig sollte für Besucher eine Bewirtung ermöglicht werden. So entstand in Celle die einmalige Situation, FachschülerInnen in einem eigenen Betrieb – dem Café KräuThaer und dem KräuThaerLaden – zur Betriebsleiterin oder zum Betriebsleiter weiterzubilden. In einem 2012 modernisierten und neu eingerichteten Café können Besucher Kaffee und Kuchen genießen oder zahlreiche erlesene Veranstaltungen besuchen. Für die ältere Bevölkerung wird zudem freitags ein Senioren- Mittagstisch angeboten. So hat sich das Café inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt im Stadtteil entwickelt. Die nächste größere Veranstaltung ist das Apfelfest am 13. Oktober 2012.


Schulküche 1897
Schulküche 1897

Moderne praxisnahe Unterrichtskonzepte bereiten heute die Schülerinnen und Schüler auf ihren Einsatz als Betriebsleiter oder Betriebsleiterin vor. In der  zweijährigen Fachschule Hauswirtschaft mit den Schwerpunkten Produktion, Absatz  und Fremdenverkehr besteht die Möglichkeit bereits nach einem Jahr den  Abschluss „Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in“ und nach zwei Jahren den  Abschluss „Staatlich geprüfte/r hauswirtschaftliche/r Betriebsleiter/in“ zu erwerben. Zusätzlich kann im Rahmen der Ausbildung die Fachhochschulreife und die pädagogische Ausbildereignung erworben werden. Im Mittelpunkt der praxisorientierten Ausbildung stehen das Management und die Mitarbeit im beliebten Café KräuThaer sowie im KräuThaer-Laden. Die Planung und Durchführung von Events und Märkten sowie Messeauftritte gestalten die Ausbildung abwechslungsreich und vielseitig. So ist die Teilnahme an der Grünen Woche in Berlin seit vielen Jahren fester Bestandteil des Unterrichts.
Der Ruf der Qualität der Celler Fachschule Hauswirtschaft reicht bis in den hohen Norden und den tiefen Süden Deutschlands, wie man an den Herkunftsorten der derzeitigen SchülerInnen erkennen kann.


Schulküche 1957

Schulküche 2012
Schulküche 2012

Zu den späteren möglichen Aufgaben der Schülerinnen und Schüler gehören heute neben den klassischen Aufgaben der Landfrauen, die es natürlich heute noch gibt, auch qualifizierte Fach- und Führungsaufgaben im hauswirtschaftlichen Bereich von Großbetrieben, Kliniken, Alten- und Wohnheimen im In- und Ausland. Sie planen,
organisieren und überwachen die Arbeitsabläufe und den Personaleinsatz im hauswirtschaftlichen Bereich. Weiterhin können sie die Leitung der Großküche, Haustechnik oder Wäscherei eines Hotels übernehmen.

Albrecht-Thaer-Schule
September 2012
 


 
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